Mehr über Gefahren in der Natur wie Spinnen und Zecken

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  • Regionen mit erhöhter Infektionsgefahr
    Zecken-Krankheit: Drei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland


    Zecken-Krankheit: Drei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland




    Vorsicht, Zecken: Die Spinnentiere sind hierzulande die gefährlichsten Tiere. In FSME-Risikogebieten sollte man sich deshalb mit einer Impfung schützen, wenn man häufig draußen unterwegs ist.


    In Deutschland ist die Zahl der Risikogebiete für die von Zecken übertragene Hirnentzündung FSME gestiegen. Insgesamt 145 Kreise zählen mittlerweile dazu. Das sind drei mehr als noch 2014, wie das Robert Koch-Institut (RKI) anhand aktueller Daten meldet.
    In Deutschland besteht vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen die Gefahr, sich durch einen Zeckenstich mit dem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) anzustecken. Für 2015 sind zwei weitere Kreise in Bayern (SK Hof, LK Ostallgäu) und einer in Thüringen (LK Greiz) hinzugekommen. Alle drei Kreise grenzen an bestehende FSME-Risikogebiete.


    Karte der FSME-Risikogebiete: Vor allem im Süden Deutschlands tragen viele Zecken den Erreger für die Hirnentzündung FSME in sich.
    Zum vergrößern der Karte klicken Sie bitte auf das Lupen-Symbol rechts unten.


    FSME auf dem Vormarsch – obwohl es eine Impfung gibt

    Die Zahl der bundesweiten FSME-Fälle schwankt je nach Witterung deutlich von Jahr zu Jahr, nimmt tendenziell aber zu. "Einen eindeutigen Trend gibt es jedoch nicht", sagt Ole Wichmann, Leiter des RKI-Fachbereichs Impfprävention.
    2014 wurden bundesweit 265 Fälle gemeldet, die meisten davon in Bayern (123) und Baden-Württemberg (69), die anderen Länder folgten mit weitem Abstand. 2013 waren es insgesamt 420 gemeldete FSME-Fälle gewesen, in den beiden Jahren zuvor 195 und 424

    "Die Impfquoten in den Risikogebieten sind weiterhin stagnierend oder sogar rückläufig und daher nach wie vor unzureichend hoch, um eine starke Zunahme der FSME-Zahlen, wie in den Jahren 2011 oder 2013 beobachtet, zu verhindern", resümiert das RKI. Wichmann betont: "Menschen, die in Risikogebieten leben oder arbeiten und Kontakt zu Zecken haben könnten, sollten sich impfen lassen. Das gleiche gilt für alle, die dorthin reisen und sich in freier Natur aufhalten."

    Hirnentzündung durch Zecken ist gerade für Erwachsene riskant

    FSME kann in schweren Fällen bleibende Schäden wie Lähmungen zur Folge haben. Für die Dreifachimpfung gegen FSME gibt es in vielen Risikogebieten für Kinder recht gute Impfquoten, für Erwachsene jedoch häufig nicht – dabei gilt die Infektion für Erwachsene als gefährlicher als für Kinder. In schweren Fällen kann es zur Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute sowie Schädigung des Rückenmarks kommen, schlimmstenfalls endet eine Infektion tödlich.

    Eine weitere von Zecken übertragene Erkrankung ist die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose.
    Typische Risikogebiete oder eine Schutzimpfung gibt es hierfür nicht.
    Die Infektion beginnt oft mit einem roten Ring um den Zeckenstich herum.
    Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sein. Unbehandelt sind Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen möglich.


    Experten-Interview
    Repellent: Wie die Mücken-Tarnkappe wirkt


    Ob während lauer Sommerabende am See, beim Grillen oder im Urlaub: Myriaden von Mücken lauern auf uns.
    Wie man die Blutsauger mit einem Verwirrstoff auf Abstand hält und wie Sie schon kleine Kinder vor juckenden Stichen schützen können, verrät Professor Josef Peter Guggenbichler im Interview.


    Mit den Tipps des Experten entgehen Sie dem großen Mückenangriff im Sommer.


    Wir sprachen mit dem Erlanger Kinderarzt Professor Josef Peter Guggenbichler über neue Gefahren durch Insektenstiche und über neue Insektensprays, die eine Tarnkappe gegen Blutsauger errichten sollen.

    Wieso finden uns Mücken eigentlich überall?

    J. P. G.: Weil die ein äußerst ausgeklügeltes Suchsystem besitzen. Dank eines perfekten, auf menschliche Gerüche und feinste Temperaturunterschiede geeichten Suchsystems, wissen die Tiere ganz genau, welcher Mensch sich besonders "eignet" und verfolgen ihn teilweise über große Entfernungen. Das geht so weit, dass winzigste Temperaturunterschiede des Opferblutes über Gestochen- oder Verschontwerden entscheiden.

    Wie lange kann eine Stechmücke von einer Blutmahlzeit leben?

    J. P. G.: Da sitzen Sie einem weit verbreiteten Irrtum auf. Ernähren wollen sich die blutsaugenden Mücken gar nicht von Ihrem Blut. Die Proteine aus unserem "Lebenssaft" brauchen die Tiere ausschließlich zur Produktion von Eiern. Und daraus folgt: Stechen wollen nur die Weibchen der jeweiligen Gattungen.

    Nun sind Mückenstiche ja eine uralte Plage. Seit einigen Jahren aber häufen sich die Probleme damit. Warum?

    J. P. G.: Nun, es gibt zwei relativ neue Problemfelder. Einmal reagieren immer mehr Menschen allergisch auf die Injektion des Mückenspeichels. Diesen Speichel verabreichen die Tiere während des Saugvorgangs, damit das aufgenommene Opferblut nicht gerinnt. Durch bisher ungeklärte Zusammenhänge vergehen die normalen, lokalen Schwellungen bei so gefährdeten Menschen nicht wieder, sondern schwellen immer weiter an und entzünden sich vielfach im Laufe der folgenden Tage durch intensives Kratzen und Verunreinigen. Sind es zu viele Stiche, können Allergiker sogar in einen Kreislaufschock geraten.

    Und das zweite Problem?


    J. P. G.: Hängt mit den immer milder werdenden mitteleuropäischen Wintern zusammen. Hierdurch kommen neuerdings auch ursprünglich exotische Tiere hierher und mit ihnen das Problem der Verbreitung schwerwiegender Krankheiten. So überträgt zum Beispiel die Anopheles-Stechmücke die tropische Malaria, die schwarz-weiß gestreifte Tigermücke unter anderem das Dengue-Fieber. Und leider werden auch in Europa jetzt immer häufiger solche und ähnliche Infektionen durch Mückenstiche gemeldet. So werden aktuell auch in Deutschland Funde besagter Tigermücken registriert – mitsamt den für diese Mückenart typischen Krankheiten.

    Stechmücken sind die einen Blutsauger, Zecken die anderen. Und deren Gefahr ist altbekannt...

    J. P. G.: Ja, das stimmt. Zecken gehen übrigens völlig anders mit dem Blut ihrer Opfer um. Diese spezielle Art von Spinnentieren verwendet das aufgenommene Blut im Gegensatz zu den Stechmücken wirklich zur Ernährung. Statt wie Stechmücken für nur wenige Sekunden bis Minuten beißt sich eine Zecke teilweise tagelang an ihren Opfern – ob Mensch oder Tier – fest. Auch bei Zecken ist nicht der Stich beziehungsweise Biss selbst das Problem, sondern die dadurch häufig übertragenen Erreger.
    Denn immer mehr der Tiere sind inzwischen mit Viren oder Bakterien verseucht und Verursacher von Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME, eine durch Viren ausgelöste Form der Hirnhautentzündung) oder der sehr schwer zu diagnostizierenden, durch Bakterien verursachten Borreliose. Zudem gibt es auch die von Zecken übertragenen Ehrlichien. Fieber, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen sind die Leitsymptome, Übelkeit oder Komplikationen durch Superinfektion mit anderen Bakterien kommen ebenso vor.

    Da liegt die Frage nahe: Was tun gegen Blutsauger? Ein neues Spray zur Mücken- und Zeckenabwehr (zum Beispiel Soventol PROTECT,

    in der Apotheke) verspricht, durch Verwendung des Naturstoffs PMD aus
    dem ätherischen Öl der Hochblätter des Eucalyptus citriodora nach
    Anwendung auf den behandelten Körperbereichen eine Art "Tarnkappe"
    auszubreiten. Kann das funktionieren?
    J. P. G.: Durchaus, da hat sich jemand was dabei gedacht. Durch PMD zerstört das Abwehrspray jene verräterische, von Menschen ausgedünstete Geruchsspur, mit deren Hilfe Blutsauger üblicherweise die Nähe eines potentiellen Opfers feststellen. Das kann wirklich zu einer weitestgehenden Unsichtbarkeit führen, die Blutsauger finden ihr Opfer nicht mehr. Was ich für sehr innovativ halte: Gegenüber den meisten herkömmlichen Repellents zeichnen sich bestimmte Anti-Mückensprays durch Wasserbeständigkeit und einen angenehmen Geruch aus. Denn was hilft ein Repellent, wenn es nach Schwitzen oder Wasserkontakt nicht mehr da ist? Und noch etwas finde ich bemerkenswert: Das Spray kann sogar von Kindern ab einem Jahr angewendet werden.

    Es gibt zwei unterschiedliche Versionen des Sprays im Handel. Warum?

    J. P. G.: Einfach weil Stechmücken und Zecken ihre Opfer auf voneinander abweichende Weise orten. Aber das sind eigentlich nur Unterschiede in der Wirkungsdauer der Sprays. Einmal wird ein bis zu siebenstündiger Schutz vor heimischen und tropischen Mücken – auch vor der Tigermücke – hergestellt. Die zweite Spraysorte schützt bis zu sechs Stunden gegen Zecken.

    Also ein neues Mückenschutz-Produkt für die Urlaubs- und Hausapotheke?

    J. P. G.: Auf jeden Fall. Denn die Sprays können problemlos auch mehrmals am Tag angewendet werden und kombinieren eine problemlose Anwendung mit Wirksamkeit und Verträglichkeit. Frühjahr, Sommer und Urlaub werden so endlich wieder genießbar und die Blutsauger müssen woanders saugen.
    PFLICHTTEXT
    Soventol PROTECT: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Stand: September 2015. MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Kuhloweg 37, 58638 Iserlohn.

    Die besten Tipps gegen Mücken

    Fenster mückensicher machen
    Nachts können uns Mücken um den Schlaf bringen. Insofern sollte man versuchen, Wohnung oder Haus mückenfrei zu halten. Doch immer die Fenster geschlossen lassen? Keine gute Idee… Besser gehts mit besonders engmaschigen Fliegengittern („Mückengittern“) fürs Fenster, die in jedem gut sortierten Baumarkt erhältlich sind. Das Anbringen ist in der Regel ein Kinderspiel und in wenigen Schritten erledigt. Wichtig: Auch für das Kinderzimmer ist ein Mückenschutzgitter empfehlenswert




    Moskitonetze – vor allem auf Reisen in die Tropen wichtig
    Auf Reisen in die Tropen sollte man sich im Schlafbereich noch gezielter vor Mückenstichen schützen, schließlich können hier gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel Malaria übertragen werden. Ideal ist ein Moskitonetz über dem Bett, das allerdings intakt sein muss. In vielen Unterkünften haben die Moskitonetze oft schon bessere Zeiten gesehen oder fehlen gar komplett. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, packt sein eigenes Moskitonetz in den Koffer.



    Im heimischen Garten
    Regentonne abdeckenStehendes Wasser zieht Mücken magisch an. Denn hier legen die Mückenweibchen ihre Eier ab. Wer derartigen Brutstätten keine Chance geben möchte, sollte daher frei „zugängliche“ Wasseransammlungen für Mücken meiden. Die Regentonne daher am besten mit einer Gaze abdecken und auch Blumentöpfe, Gießkannen oder andere Gegenstände regelmäßig leeren.



    Die richtige Kleidung zum Schutz vor Mücken
    Wer sich vor Mückenstichen schützen möchte, sollte langärmlige Shirts und lange Hosen wählen. Denn je mehr Haut bedeckt ist, desto besser. Das gilt natürlich auch für Ihr Kind! Auch feste Schuhe sind empfehlenswert, denn feine Riemchen-Sandalen sind kein Hindernis für die kleinen Blutsauger



    Parfum: Blumige Duftwolken vermeiden
    Mücken fliegen auf süßes Blut? Das ist ein Mythos. Blumige Düfte hingegen locken die kleinen Blutsauger tatsächlich an. Gerade im Sommer sollte man daher beim Griff zum Parfum eher zurückhaltend sein oder auch mal ganz auf den Duft aus dem Flakon verzichten.



    Tomaten gegen Mücken?
    Zu schön um wahr zu sein.Egal ob Tomaten, Knoblauch oder gar Basilikum – die Hausmittel gegen Mücken sind äußerst vielfältig. Doch die Wirkung ist fraglich. Der Glaube versetzt zwar bekanntlich Berge, aber ob er auch Mücken in die Flucht schlagen kann, bleibt dahingestellt.




    Therapie der Arachnophobie
    Spinne am Morgen vertreibt Angst und Sorgen

    Spinne am Morgen vertreibt Angst und Sorgen
    Wieso sich eine Arachnophobie morgens erfolgreicher behandeln lässt


    Der Puls rast, Schweiß bricht aus: Mit solchen Stresssymptomen reagieren Millionen Deutsche auf den Anblick einer Spinne.
    Wieso ausgerechnet das Stresshormon Cortisol hilft, die Phobie zu besiegen, konnten deutsche Forscher nun zeigen.




    Schon nach einer einzelnen Therapiesitzung können manche Menschen trotz ihrer Spinnenangst das Tier auf die Hand nehmen.

    Auch wenn ein Sprichwort das Gegenteil behauptet: Eine Spinne am Morgen kann Patienten mit einer Phobie helfen, ihre überzogene Furcht loszuwerden - im Rahmen einer Konfrontationstherapie.

    Tagesschwankung des Cortisolspiegels hilft bei Phobiebehandlung


    Der Grund, wieso sich die Arachnophobie genannte Angststörung morgens besser behandeln lässt als später am Tag, liegt einer neuen Studie zufolge in uns selbst: In der Früh ist die Konzentration des Stresshormons Cortisol besonders hoch, während die Kurve gegen Abend stark abflacht. "Cortisol verstärkt Lern- und Gedächtnisprozesse – und Psychotherapie ist nichts anderes als ein Lernprozess", erklärt Mitautorin Johanna Lass-Hennemann von der Universität des Saarlandes.

    Schon eine einzelne Therapiesitzung kann Spinnenphobie lindern


    Für die Untersuchung rekrutierten Lass-Hennemann und ihre Kollegen insgesamt 60 Arachnophobiker, die weder extreme Nachtmenschen, also "Eulen", noch Frühaufsteher, sprich "Lerchen" waren. "Zu welcher Tageszeit Menschen am besten lernen können, ist individuell verschieden – wir haben unsere Studie sozusagen mit Mischtypen durchgeführt", erklärt Lass-Hennemann das Studiendesign.
    "Einfache, spezifische Phobien wie Spinnen- oder Höhenangst sind in einem Termin gut behandelbar", sagt sie. Alle Teilnehmer wurden deshalb in einer dreistündigen Sitzung gegen Spinnenphobie behandelt.

    Phobiker in Morgen- und Abendgruppe unterteilt


    Die eine Hälfte der Probanden bekam die Therapie zwischen acht und elf Uhr, für die anderen 30 Phobiker dauerte sie von 18 bis 21 Uhr. Zusätzlich bestimmte das Forscherteam den Cortisolspiegel aller Patienten mit Hilfe von Speichelproben.


    Wie sehr sich die Spinnenphobie in der Folge gelegt hatte, überprüften die Psychologen zunächst eine Woche nach der Therapie sowie nach drei Monaten. Alle 60 Patienten füllten dazu einen speziellen Fragenbogen zur Spinnenangst aus.

    Verhaltenstest: Zimmer mit Spinne


    Am meisten Aufschluss gab aber ein Konfrontationstest. Die Patienten sollten hierfür einen Raum betreten, an dessen Ende eine große Kellerspinne in einem Terrarium saß. Die Forscher zeichneten dabei auf, wie weit sich Betroffene der Spinne nähern konnten.
    In beiden Tests schnitten Patienten mit Morgentherapie signifikant besser ab als Probanden der Abendgruppe - sowohl eine Woche als auch mehrere Monate nach der Therapiesitzung gegen die Phobie. Doch auch bei den abendlich Behandelten hatte sich die Angst vor den Achtbeinern zumindest verringert. "Vor der Therapie können einige Patienten den Raum gar nicht betreten, hinterher sind viele so weit, dass sie das Terrarium öffnen und die Spinne auf die Hand nehmen können", sagt Lass-Hennemann.

    Millionen Männer und Frauen fürchten die Achtbeiner


    Spinnenangst ist die am weitesten verbreitete Tierphobie. Vorsichtigen Schätzungen zufolge sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen. Andere Hochrechnungen gehen sogar von 20 bis 30 Prozent aus, wobei Frauen deutlich häufiger an einer Spinnenphobie leiden.
    Unklar ist, ob sich das Ergebnis der wirksameren Morgentherapie auf die Behandlung komplexerer psychischer Störungen übertragbar ist - zum Beispiel soziale Phobien oder Panikstörungen. Das wollen die Saarbrücker Forscher in einer weiteren Studie überprüfen.


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